Geisterdorf

Geisterdorf
Italien März 17

Montag, 5. Oktober 2015

L'ISOLA DEGLI UOMINI PESCE (1979)














INSEL DER NEUEN MONSTER
Italien 1979
Regie: Sergio Martino
DarstellerInnen: Barbara Bach, Claudio Cassinelli, Richard Johnson, Beryl Cunningham, Joseph Cotten, Giuseppe Castellano, Cameron Mitchell u.a.


Inhalt:
Lt. Claude de Ross, Arzt eines Gefangenen-Schiffstransports, und ein Haufen Delinquenter stranden nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Karibik-Insel.
Natürlich wäre der Film rasch zu Ende, wenn sich tatsächlich niemand auf dem idyllischen Eiland befinden würde. Zuerst wird einer der Gestrandeten von einem eigenartigen Tier zerfetzt und kurze Zeit später machen Claude und die wenigen Überlebenden Bekanntschaft mit einer mysteriösen schönen Frau und einem arroganten, gefährlich wirkenden Mann.
Die bezaubernde Amanda wirkt unglücklich über ihre Situation. Bald soll Claude das dunkle Geheimnis, das sie umgibt, lüften. Doch wird er die verfluchte Insel lebend verlassen können?


Etwas ramponiert: Claude


Amanda (rechts) wird auf Schritt und Tritt kontrolliert


Mit Sergio Martino verbindet man als KennerIn des italienischen Kinos der Siebziger vor allem Filme wie "Der Killer von Wien", "Die Farben der Nacht" oder "Torso".
Nachdem er mit seinen formvollendeten, bildgewaltigen und geschmackvollen Gialli das italienische Kino bereicherte, machte er Abstecher in andere Genres wie den Mafiafilm und sogar Italowestern, bevor er in den späten Siebzigern ins Abenteuer/Monster-Metier wechselte.
Kurz nach der Fertigstellung von "Die weiße Göttin der Kannibalen" widmete er sich der "Insel der neuen Monster".

Wie man es von diesem Meister-Regisseur erwartet, sättigt er unseren Sinn für Ästhetik durch wunderbare Natur-Aufnahmen (gedreht wurde auf Sardinien, u.a. in der bekannten "Grotta di Nettuno") und Bildkompositionen.
Auch die Unterwasser-Aufnahmen und die der brennenden Gebäude im Dunkeln sind sehr schön anzusehen.


Irgendwie süß wie er durchs Bullauge lugt


Böse nörgelnde Zungen mögen vielleicht behaupten, dass die fisch- bzw. amphibienähnlichen Monster in diesem Film etwas unfreiwillig komisch wirken.
Ich sehe das etwas anders. Martino hat das Beste aus den Kostümen herausgeholt und die Kreaturen sind optimal beleuchtet und aus dem richtigen Winkel fotografiert, sodass der Film nie allzu peinlich wirkt.
Martino beweist nicht nur mit seinen Regiearbeiten, sondern auch in Interviews immer Sinn für Humor. In der Einführung zum Film scherzt er, dass es vielleicht die Zukunft der Menschheit sein könnte, dass wir uns in Amphibien zurück verwandeln.
Es soll ja in der Tat Leute geben, die sich evolutionstechnisch nicht allzu weit weg von diesem Stadium befinden...


Over-acting vom Feinsten: Joseph Cotten


Der Mann und seine Waffe: Richard Johnson


Diese schöne Abenteuer-Geschichte begeistert durch die hinreißende Barbara Bach ("Malastrana"), einem mehr als sympathischen Claudio Cassinelli ("Killer Cop") und einem ungemein erheiternden Over-Acting von Joseph Cotten ("Baron Blood").
Nicht zu vergessen: Richard "The boat can leave now, tell the crew" Johnson in der Rolle des durchtriebenen Edmond Rackham. Dieser Mann gehört einfach auf eine Insel mit einer Pistole in der Hand. Eine richtig coole Socke!

Die etwas krude aber gar nicht mal so schlecht gelungene Mischung zwischen Aberglaube/Woodoo, Monster-Horror, Mad Scientist, Romanze und Abenteuergeschichte unterhält bestens, auch bei der zweiten und dritten und … Sichtung.


Fotos der Drehorte auf Sardinien und Screenshots findet ihr hier




Foto: DVD von No Shame Italien