Dienstag, 23. Oktober 2018

MANDY (2018)





MANDY

USA 2018
Regie: Panos Cosmatos
DarstellerInnen: Nicolas Cage, Andrea Riseborough, Linus Roache, Ned Dennehy, Olwen Fouéré, Richard Brake u.a.

Inhalt:
Red und Mandy leben zurückgezogen auf dem Land. Red arbeitet als Holzfäller, Mandy in einer Tankstelle. Eines Tages kreuzt sich Mandys Weg mit dem des verrückten Sektenführers Jeremiah Sand. Jeremiah beauftragt daraufhin seine Gefolgschaft, Mandy zu kidnappen. Die Ärmste wird schließlich vor den Augen ihres Liebsten bestialisch ermordet. Reds Rachefeldzug beginnt...


Red (Cage) leidet... noch


Jeremiah (Roache) triumphiert... noch


(Und schon melde ich mich kurz aus der groß angekündigten Blogpause zurück – ich war nämlich letzte Woche im Kino und es juckt mich gerade in den Fingern...)

Als wir den Trailer von "Mandy" gesehen haben, stand für uns fest: diesen Film müssen wir auf einer großen Leinwand erleben! Also machten wir uns vor ein paar Tagen zum zweiten Mal (siehe Bericht über das "Argento Double Feature") auf den Weg in das gemütliche und sympathische Zebra Kino in Konstanz.
Manchmal kommt man sich in Gesellschaft von Cineasten ja ein bisschen vor wie in einer Geheimloge. Als wir die Treppe zum Kino hoch gingen, kam uns ein netter Mensch entgegen, der uns mit einem Grinsen und in verschwörerischem Tonfall fragte: "Wollt ihr zu Mandy?"
Was wir natürlich sogleich bejahten, woraufhin er uns erklärte, dass gerade noch eine Vorstellung läuft, aber er uns schon mal das Foyer aufsperrt, wenn wir leise sind.
Manchmal frage ich mich, wie solche Dialoge wohl auf Unbeteiligte wirken mögen...
Vor dem Film gab es ein paar einleitende Worte und sogar eine Verlosung.
So lieben wir Kino!

"Mandy" ist zwar ein durch und durch düsterer Film, der aber – ähnlich wie man es von Comic Verfilmungen kennt – von einem augenzwinkernden Humor begleitet wird. Besonders ins Auge springen natürlich sofort die bis zum Exzess verwendeten Filter: Viele Szenen sind in rotes oder andersfarbiges Licht getaucht, Landschaften und auch Kampfszenen zum Teil stark abgedunkelt.
Bei dieser visuellen Reizüberflutung in Kombination mit den wummernden Bässen des wuchtigen Soundtracks entsteht schnell das Gefühl, gerade einen legendär verrückten Alptraum mit Nicolas Cage als Hauptakteur zu haben.
Die Laufzeit von zwei Stunden für diesen Film kann man getrost als mutig bezeichnen. Immerhin ist der Inhalt des Drehbuchs auf zwei Sätze reduzierbar. Es passiert im Grunde genommen tatsächlich Nichts, was nicht vorhersehbar wäre.
Doch bei "Mandy" trifft so deutlich wie selten zu: Der Weg das Ziel. Es geht nicht darum, was passiert bzw. passieren wird, sondern wann und in erster Linie wie. Denn (Hab ich es bereits erwähnt? Egal!) - optisch und musikalisch ist dieser Film eine absolute Wucht.
Ein irrer Trip, bei dem sich das Publikum gemeinsam mit Red (Cage) in einen Wut, Blut- und Drogenrausch begibt. Ein Abschied von der Realität, die es ohnehin nie gegeben hat.
Das Over-Acting und die Selbstironie sowohl von Cage als auch Linus Roache, der den egomanischen Sektenführer Jeremiah Sand verkörpert, machen den Film zu einem unvergesslichen Erlebnis.


Mandy (Riseborough) mit ihrem Black Sabbath Shirt


Auch Andrea Riseboroughs Performance als introvertierte Mandy und die absolut schrägen Hillbilly NebendarstellerInnen hinterlassen einen bleibenden Eindruck.


Eine Delegation direkt aus dem Hellraiser-Universum?


Und für die wahren Freaks unter uns bietet "Mandy" zahlreiche mehr oder weniger versteckte Hommagen an das Genrekino der letzten Jahrzehnte. Pinhead und Butterball ("Hellraiser") lassen grüßen. Manchmal denkt das goreverseuchte Hirn unweigerlich an "Tanz der Teufel" und Peter Jacksons "Braindead". Wir dürfen einem Kettensägen Duell ähnlich dem in "Texas Chainsaw Massacre 2" oder "Phantasm 2" beiwohnen. Erinnerungen an die Traumsequenz in "Das Schweigen der Lämmer" werden geweckt. "Mad Max" und sogar die "Ghoulies" winken uns imaginär zu. Diese schrecklich nervigen satanischen Ghoulies? Ja, genau die!
Angesichts des gerade erlebten Grauens und Entsetzens in stumme Agonie versunken sieht sich Red nach dem gewaltsamen Tod seiner großen Liebe im Fernsehen einen Werbespot an.
Im TV zu sehen ist ein grünes Monster (das an den Toiletten Ghoulie erinnert) namens Cheddar-Goblin, das vor Freude juchzenden Kindern einen breiten Schwall des leckeren gelben Käses über die Köpfe kotzt. Der Slogan "Nothing is better than Cheddar" setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
Diese Absurdität des TV-Programms, das einerseits Normalität vermittelt und doch so seltsam deplatziert wirkt, hat eine dezent verstörende Wirkung. Ähnlich wie in der Traumszene in "American Werewolf", in der David zuhause bei seiner Familie eine gewalttätige Folge der Muppetshow ansieht – bekommt man trotz oder gerade wegen dieses einerseits banalen und doch seltsam wirkenden Kinderprogramms unweigerlich das Gefühl, irgendetwas an dieser Welt ist nicht in Ordnung.

Bestimmt hält es niemand für einen Zufall, dass Mandy und Red ausgerechnet am Crystal Lake ("Freitag der 13.") wohnen. Ebenso wenig wie Jeremiah ganz in Frank Booth-Manier ("Blue Velvet") in einer Szene hysterisch "Don't you fucking look at me" brüllt.
Neben den stimmungsvollen Klängen des Filmsoundtracks spielt auch die nicht hörbare Musik eine essenzielle Rolle in "Mandy".
Red und Mandy sind Metal Fans, Mandy trägt Shirts von Black Sabbath und Möetley Crüe. Die Schriftzüge des Filmtitels sehen aus wie ein Logo einer Metal Band (mir fallen dabei unweigerlich die ausgewaschenen Mayhem, Darkthrone und Gorgoroth Shirts meines Exfreunds ein). Wenn man sich daran erinnert, dass in den 90er Jahren in Norwegen, der Geburtsstätte des Black Metals, um die 50 Kirchen im Jahr angezündet wurden, sieht man eine ganz bestimmte Szene auch mit etwas anderen Augen.

An Zynismus kaum zu überbieten ist auch die Sequenz, in der Red gegen Brother Swan kämpft. Letzterer war derjenige, der Mandy angezündet hat und dies bösartigerweise mit dem Satz "The darker the whore the brighter the flame." kommentierte.
Bei der finalen Auseinandersetzung zwischen Red und dem Sektenbruder nimmt dieser Bezug auf Mandys Tod indem er Neil Youngs Song "Hey  hey, my my (into the black)" zitiert: 
"It's better to burn out than to fade away".
Eine etwas eigenwillige und zu wörtlich genommene Interpretation dieses Satzes. So haben dies natürlich weder Neil Young in seinem Song noch Kurt Cobain in seinem Abschiedsbrief interpretiert...

"Mandy" ist ein Film voll unerbittlicher Zerstörungswut, der den abgründigen Geist von norwegischem Black Metal verströmt und sich nicht scheut, sein Publikum mit alptraumhaften Visionen in komprimierter Form zu verwirren.
Cosmatos huldigt seinen dramaturgischen Inspirationen und musikalischen Vorbildern ohne dabei aufdringlich zu wirken.
Nicolas Cage zeigt wie ein verliebter Holzfäller zu einer wahnsinnigen Kampfmaschine voller blinder Zerstörungswut mutiert. Seine anfänglich zur Schau gestellte Verzweiflung entbehrt jedoch nicht einer gewissen Komik, die zum Teil bewusst eingebaut wurde.
Ein Film mit einem prinzipiell ernsten Thema und drastischer Gewalt, der sich aber selbst nicht zu ernst nimmt. Cosmatos präsentiert uns die Wechselwirkung zwischen Gemetzel und Humor auf so herrliche unbedarfte und erfrischende Art, wie man es im Speziellen vom Horror- und Actionkino der Achtzigerjahre kennt. Die Handlung soll übrigens im Jahr 1983 spielen. Ein Zufall? Vermutlich nicht.
Thematisch und optisch gibt es nicht zu verleugnende Parallelen zu "The Crow". Auch einer dieser Filme, der das Publikum spaltet.

Ich behaupte an dieser Stelle aus tiefster Überzeugung, dass "Mandy" nur im Originalton zur Gänze verstanden werden kann, allein schon wegen den oben angeführten Zitaten.
Wer etwas genauer recherchiert oder sich in diesem Gebiet besser auskennt, wird übrigens auch Anspielungen auf prominente amerikanische Killer entdecken.
Man hat am Ende das dumpfe Gefühl, etwas (noch) nicht erfasst zu haben.

FreundInnen von Action-Kino, Funsplatter und Backwoodhorror werden bei "Mandy" jedenfalls voll auf ihre Kosten kommen. Durch den Trailer erhält man einen relativ präzisen ersten Eindruck, worum es bei diesem Trip Film (nicht) geht.
Wie meine Cousine gestern treffend bemerkte: "Hahaha, der Trailer ist ja der Hammer! Ich hab keine Ahnung worum's geht! Rache und Gemetzel? Sieht crazy aus."
Diese Worte beschreiben "Mandy" ziemlich akkurat.

Jedenfalls freue ich mich schon sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit "Mandy" - für November hat KochMedia eine Veröffentlichung angekündigt.



Sonntag, 30. September 2018

SCHATTENLICHTER BLOGPAUSE

Ich war dieses Jahr nicht besonders produktiv in Bezug auf meine Texte, da uns eine private Veränderung bevorsteht und wir im Zuge dessen etwas weniger Zeit für unser Film-Hobby hatten. Nun kann ich offiziell verkünden:

Unser Schattenlichter-Heimkino zieht demnächst um.
Unsere Schätze (Filmsammlung und dazugehörige Literatur) haben wir schon vor längerer Zeit sicher verpackt und an einem anderen Ort zwischengelagert. Filmplakate und sonstige Fanartikel sind ebenfalls schon verstaut.

Da wir es uns zum Ziel gemacht haben, unser neues Heimkino technisch noch besser auszustatten und noch liebevoller einzurichten als dies bisher der Fall war, wird es nach dem eigentlichen Umzug etwas länger dauern, bis in unserem neuen Zuhause sozusagen wieder der Alltag Einzug hält und ich schreibbereit bin.

Doch Eines ist sicher:

"I'll be back!"



Etwas betrübt guckt unser Filmschaf schon aus der Wäsche



Mein Plan ist, dass ich mich spätestens Ende November mit einem Festivalbericht von unserem heiß ersehnten Italocinema Festival im KommKino Nürnberg, das dieses Mal ganz im Zeichen des Giallos steht, zurückmelde.




Dienstag, 25. September 2018

THE HUNTING PARTY (1971)














LEISE WEHT DER WIND DES TODES

Großbritannien 1971
Regie: Don Medford
DarstellerInnen: Oliver Reed, Candice Bergen, Gene Hackman, Simon Oakland, Ronald Howard, L.Q. Jones, Mitchell Ryan, William Watson, G.D. Spradlin u.a.


Inhalt:
Der gesuchte Verbrecher Frank Calder zieht mit seiner Bande umher und entführt die junge Lehrerin Melissa, von der er Lesen lernen möchte. Als sich herausstellt, dass Melissa ausgerechnet die Angetraute des schwer reichen und sadistischen Brandt Ruger ist, ist es schon zu spät. Denn Letzterer macht gemeinsam mit ein paar Freunden, ausgerüstet mit Gewehren mit enormer Reichweite plus Zielfernrohr, bereits erbarmungslos Jagd auf Frank und seine Truppe...


Ein nachdenklicher Frank (Reed)


Die Frau des Schurken - Melissa (Bergen)


Als Oliver Reed Fan hatte ich diesen gemeinhin als extrem gewalttätig und blutrünstig kategorisierten und wahrscheinlich moralisch verwerflichen Western, an dem scheinbar niemand Gefallen finden kann (oder darf), schon länger auf meinem Radar.
Selbstverständlich gucke ich mir einen blutrünstigen (Filmblut geht immer), angeblich schlechten (ich kann auch Abstriche machen) Western an, wenn Ollie die Hauptrolle spielt.
"So mies kann der doch gar nicht sein" dachte ich mir, als ich den Trailer zu "The hunting party" auf youtube sah.
Glücklicherweise hat Explosive Media diesen bisher raren Film kürzlich in bester Qualität veröffentlicht.

Mit Rezensionen zu Oliver Reed Filmen ist das überhaupt so eine merkwürdige Sache.
Meist findet man in englischsprachigen Quellen die vorherrschende Meinung, dass der rüpelhafte Brite ein schlechter Schauspieler war oder dass er gar überhaupt nicht schauspielern konnte.
Jeder Rezipient scheint, wenn es um den tendenziell unterschätzten und wenig beliebten Engländer geht, plötzlich zum Sucht-Experten oder Fleisch gewordenen Alkomat zu werden und daher natürlich genau beurteilen zu können, ob und wann bzw. in welcher Szene Ollie gerade einen im Tee hatte.
Er wird reduziert auf sein exzessives Trinkverhalten und kaum als ernstzunehmender Schauspieler wahrgenommen.
Beschäftigt man sich etwas eingehender mit der Karriere von Reed, erfährt man beispielsweise durch die Lektüre seiner Biographie "What fresh lunacy is this?" unter anderem aus Interviews mit Zeitzeugen, dass Ollie am Set äußerst ehrgeizig war. Dass er trotz alkoholbedingten Exzessen und anderen Eskapaden pünktlichst zu den Dreharbeiten erschienen ist, immer seinen Text beherrschte und sich stets um Professionalität bemühte.

Ganz sicher darf man bei einer Aversion gegen Oliver Reed oder seine Art zu schauspielern "Leise weht der Wind des Todes" getrost links liegen lassen.
Auch jene, die kein Herz und kein Verständnis für Exploitation Filme haben, werden mit diesem Film garantiert nicht glücklich.
Das Magazin "The Variety" bildet mit dem Film Review in dessen Online Ausgabe hier keine Ausnahme. Der Brutalo-Western erhält eine negative Kurzkritik und es wird geurteilt, dass Reed und Publikumsliebling Gene Hackman eine eher schlechte Performance geliefert haben.
Im Unverständnis für Exploitationfilme an sich bringt der nicht namentlich genannte Autor des Textes seine Abscheu, doch auch den Kern des Genres und das Thema des Films für meine Begriffe ironischerweise schön auf den Punkt:

"Seldom has so much fake blood been splattered for so little reason." (The Variety online)

Ob man dieses Fazit zum Film nun als positiv oder negativ einordnet, liegt wie immer im Auge des Betrachters. Die Betrachterin, also in diesem Falle ich, findet die Formulierung jedenfalls interessant und angemessen.
"Leise weht der Wind des Todes", der getrost als typischer Eurowestern bezeichnet werden kann, macht wahrlich keine Gefangenen. Doch im Gegensatz zu manchen Italowestern, wo die Charakterzeichnung und -entwicklung differenzierter ist und sich auf subtilerer Ebene bewegt, wird bei "Leise weht der Wind des Todes" heftigste Schwarz-Weißmalerei betrieben.
Das gesamte Drehbuch basiert im Wesentlichen auf dem Krieg zwischen zwei Männern:
Auf der dunklen Seite der Menschlichkeit präsentiert sich der sadistische Ruger (Gene Hackman). Er ist ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, berühmt und steinreich.
Auf der anderen Seite steht der arme Schlucker von Bandenführer Calder (Oliver Reed), der doch so gerne ein guter Mensch geworden wäre, wenn er zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen wäre und mehr Ressourcen zur Verfügung gehabt hätte. Ihm sind Freundschaften und Gemeinschaft wichtig. Und er träumt als Analphabet davon, eines Tages ein Buch lesen zu können. Deshalb hatte er in seiner Verzweiflung wohl kaum eine andere Wahl, als Lehrerin Melissa zu kidnappen.
Dass Frank Calder im Grunde genommen ein netter Mensch ist, erkennt die schöne und mutige Melissa (Candice Bergen) spätestens nach der ersten Vergewaltigung. Sie, die eigentlich Rugers Frau ist, wendet sich nach ein paar bockigen Aktionen und etwas zur Schau gestellter Widerspenstigkeit sodann Calder zu.
ZynikerInnen könnten die These aufstellen, dass Frank sanfter vergewaltigt als Brandt, denn beide nehmen sich Melissa ohne deren offensichtlichen freien Willen.
Aber wir bewegen uns wie eingangs erwähnt in der Exploitation Ecke der ganz frühen 70er Jahre. In diesem Kontext kann man schon mal ein oder ganz kurz auch zwei Augen zudrücken.

Vielleicht passt der Film auch gar nicht so gut in die Kategorie "Western", wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Obwohl Cowboys mit Hüten, Halsbändern und Pistolengurten die Optik prägen, ist die Handlung näher verwandt mit dem Manhuntfilm bzw. Slasher Genre. Die Gruppe um Frank wird nach und nach dezimiert.
Die Effekte sind drastisch, aus den Einschusslöchern spritzt in Zeitlupe Blut, Muskel- und manchmal auch Hirnmasse. Es wird dorthin geschossen, wo es richtig weh tut und nicht alle Opfer von Brandt Ruger sterben einen gnädigen schnellen Tod.
Im Gegensatz zu manchen italienischen Rache-Western wie beispielsweise "Satan der Rache", "Töte, Django" oder "Leichen pflastern seinen Weg" steht das Motiv für die grausamen Morde Rugers und seiner Männer nicht als Motiv für seine Taten im Vordergrund. Ruger erwähnt zwar, dass er sauer auf Calder ist, der sicherlich bereits seine Frau geschwängert hat und dass er keine Lust hat, einen Bastard von Calder aufziehen und durchfüttern zu müssen. Aber diese Erklärung ist mehr Alibi Funktion. Denn es ist ihm keine himmelschreiende Ungerechtigkeit widerfahren und es wurde ihm auch nicht alles genommen, was ihm lieb und teuer ist. Er hat schlicht und einfach Blut geleckt. Das Überlegenheitsgefühl beim Töten, zu bestimmen, wer wann und wie stirbt, bereitet ihm diabolisches Vergnügen. Er will alles und jeden vernichten.


Ruger (Hackman) hat Blut geleckt...


Ruger findet sichtlich immer mehr Gefallen an der Jagd und dem Nervenkitzel, dem Gefühl von Macht über Leben und Tod. Seine Gefährten äußern ab und an moralische Zweifel an der Menschenjagd, setzen sich jedoch gegenüber dem dominant und autoritär auftretenden Millionär nicht durch.
Dadurch, dass er und seine Begleiter über speziell angefertigte Gewehre mit hoher Reichweite verfügen, können sie sich an sicheren Orten verstecken und ihre Ziele in aller Ruhe ins Visier nehmen.
Ungläubig, doch sehr eindringlich, wiederholt ein Mann aus Franks Truppe fast schon trotzig den Satz "No gun shoots that far!" so lange, bis er selbst zum Opfer Rugers wird.
Verzweiflung macht sich unter den Männern Calders breit.

Candice Bergen, Oliver Reed und Gene Hackman tragen diesen Film und machen ihn zu einem spannenden und absolut intensiven Seh-Erlebnis. Das melancholische Soundtrack-Hauptthema aus der Feder eines meiner italienischen Lieblings-Komponisten, Riz Ortolani, betont und unterstreicht die Dramatik der Geschichte.
Sogar die Romanze zwischen Melissa und Frank entwickelt irgendwann eine gewisse Glaubwürdigkeit, was meiner Meinung nach dem hervorragenden Schauspiel Bergens und Reeds zu verdanken ist. Dennoch tut man gut daran, nicht alles allzu Ernst zu nehmen.

Als Ollie Fan muss man diesen Film gesehen haben! Seine Mimik, diese Blicke aus den blauen, tiefgründigen und doch manchmal getrübt wirkenden Augen sind von einer Intensität, der man sich kaum entziehen kann. Für seine Rolle als Cowboy eignete Reed sich extra einen amerikanischen Akzent an, den er bei einem New Yorker Hamburger Verkäufer öfters gehört hatte.
Es wird zwar manchmal etwas genuschelt und aufgrund der slang-gefärbten Sprache der Cowboys ist zumindest mir nicht immer jedes einzelne Wort verständlich, aber mit Unterstützung von Untertiteln überhaupt kein Problem. Oliver Reed hatte eine wunderbare markante Stimme und sollte unbedingt in Originalton genossen werden!

Trotz der ein oder anderen unnötigen Länge in der zweiten Filmhälfte ist "The hunting party" spannend, mitreißend und bewegend.
Definitiv Pflicht für alle, die mit nihilistischen Eurowestern und den HauptdarstellerInnen etwas anfangen können.





Foto: Blu Ray von Explosive Media



Sonntag, 2. September 2018

RETURN OF THE LIVING DEAD 3 (1993)














DIE RÜCKKEHR DER LEBENDEN TOTEN 3

USA 1993
Regie: Brian Yuzna
DarstellerInnen: Melinda Clarke, J. Trevor Edmond, KentMcCord, Sarah Douglas, Basil Wallace, Mike Moroff, James T. Callahan u.a.


Inhalt:
Curtis und seine große Liebe Julie haben einen üblen Motorradunfall, bei dem Julie sich das Genick bricht. Was für ein Glück, dass der Vater von Curtis ein hochrangiger Offizier der Army ist und gerade mit dem Gas 245 Trioxin Experimente mit Toten macht. Kurzentschlossen bringt Curtis seine geliebte Freundin mit der Schlüsselkarte des Herrn Papa ins Militär-Labor und lässt sie wieder auferstehen. Frisch wiederbelebt ist Julies Hunger unstillbar und es dauert nicht lange, bis sie die ersten Gehirne zwischen die Zähne bekommt...


Handgemachte Zombie-Effekte - immer noch gut!


Julie (Clarke) mit feuerrotem Haar, als sie noch am Leben war


Als glühende Verehrerin des legendären "The return of the living dead" musste dessen Sequel natürlich eines schönen Abends auch mal aus der Videothek mitgenommen werden. Nach diesem in meinen Augen miesen Abklatsch des Originals verzichtete ich auf die Bekanntschaft mit Teil 3, obwohl mich das Videokassetten-Cover mit Mindy Clarke immer irgendwie magisch anzog.
Um einen "Freddy Krüger-Effekt" (ein Bösewicht, der mit jedem Teil mehr zu einer geschwätzigen Witzfigur mutiert) zu vermeiden, habe ich um "Return of the living dead 3" jedoch immer einen großen Bogen gemacht.
Viele Jahre später habe ich ihn dann aufgrund einer eindringlichen Empfehlung doch auf DVD gesehen. Und zwar in Vollbild mit verwaschenen Farben und relativ unscharf, doch immerhin ungeschnitten.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich auf Anhieb fasziniert von diesem unterhaltsamen Zombiefilm war und mich vor allem die coole Julie begeisterte.
Lange habe ich mich gefragt, wie der von Genrefans und Labels eher stiefmütterlich behandelte "Return... 3" wohl in guter Qualität aussehen würde und hatte jegliche Hoffnung auf ein Wiedersehen in HD eigentlich schon aufgegeben, bis vor nicht allzu langer Zeit endlich Licht am Horizont in Form einer Blu Ray Veröffentlichung in Sicht kam.
Nun sehe ich zum ersten Mal, wie gut die Effekte tatsächlich (immer noch) sind und es ist sogar deutlich zu erkennen, dass Julie feuerrote Haare hat. Was für ein Fortschritt!

"Return... 3" baut nur lose auf der Geschichte des Originalfilms auf. Genau genommen sind die Hauptverbindung die Zombies, die immer noch in Fässern der Army vor sich hingammeln und das Gas 245 Trioxin, das Leichen wiederbelebt, die nach ihrer Auferstehung nur Eines wollen: Gehirn!
Unser schwer verliebter Jungspund Curtis weiß zwar grundsätzlich um diese Problematik, doch macht er sich vielleicht Hoffnung, dass er nach dem Ableben seiner Herzensdame schnell genug reagiert hat, um diesen abscheulichen Nebeneffekt zu vermeiden.
Jedenfalls will der Gute den Tod seiner Liebsten nicht akzeptieren und kennt scheinbar weder "Zeder" noch "Friedhof der Kuscheltiere"...
Julie hat ein ähnlich gelagertes Problem. Ihr Tod bereitet ihr ebenfalls Probleme, denn sie leidet! Sie hat Schmerzen, sie hat einen unstillbaren Hunger, es geht ihr hundsmiserabel.
Um ihre erbärmliche Existenz etwas zu erleichtern, verletzt sie sich exzessiv selbst. Sie bohrt Metallringe in die Haut, baut sich Glasscherben in die Gesichtshaut ein und zieht sich eine Kette durch (nicht um!) den Hals.


Morbides Styling - faszinierend


Abgesehen von aller zugrunde liegender Tragik der Figur von Julie und obwohl die schöne Mindy Clarke ihre Rolle hervorragend spielt, muss man an dieser Stelle ganz oberflächlich betrachtet anmerken: sie sieht in ihrem Outfit und mit all diesen "Applikationen" aufgemotzt nicht nur gefährlich, sondern auch sehr faszinierend aus!
Julie ist für meine Begriffe gerade wegen dieser selbst gemachten Body Modifications der schönste und kultigste weibliche Zombie überhaupt.
Ihre schwarzen Samtärmel, die zerrissenen Netzstrumpfhosen, ihre Accessoires (Totenköpfe, Ketten mit Kreuzen etc.) und die schwarzen Boots sind stilsicher und lassen vermutlich heute noch fast jedes "Gothic-Girl" vor Neid erblassen. Obwohl die Formulierung mit der Blässe zugegeben etwas hinkt.  Egal. Es geht ja um den übertragenen Sinn.

Der schwerst die Augen vor der Realität verschließende Curt und die am eigenen Tod verzweifelte Julie haben bald nicht nur das Militär, sondern auch eine aggressive Latino Bande auf dem Hals, deren grobschlächtiger Anführer Santos (Mike Moroff, u.a. bekannt aus "From dusk till dawn") vor Nichts zurückschreckt.
Doch sowohl Santos als auch Curt haben die Rechnung ohne Julie gemacht, die kurz vor ihrer endgültigen Verwandlung steht...
Diese folgt quasi in der zweiten Hälfte des Films, in der Blutgehalt und die Menge an zermantschten Gehirnen ordentlich nach oben geschraubt wird und es gore-mäßig dann so richtig zur Sache geht.
Was die Effekte betrifft - das SFX Team, das direkt vom Set von "Armee der Finsternis" zu den Dreharbeiten von "Return...3" kam, hat grandiose Arbeit geleistet. Dies wusste auch Regisseur Yuzna sehr zu schätzen, der nicht aus Zufall direkt zu Beginn des Abspanns ganz groß die Namen der stilprägenden Maskenbildner einblendete.

Man wird dem Film nicht gerecht, wenn man ihn direkt mit "The return of the living dead" vergleicht, denn diesen Kultstatus kann er gar nicht haben.
"Return... 3" ist isoliert betrachtet ein rundum gelungener kurzweiliger Splatterfilm mit einer Prise tiefschwarzem Humor und meiner Meinung nach auch Brian Yuznas bestes Werk.
Obwohl "Return of the living dead 3" ein typisches Kind seiner Zeit ist, ist er im Vergleich zu anderen Genrefilmen aus den 90ern gut und würdig gealtert.
Alle, die ihn bisher nur in mieser Qualität und eventuell nur in der gekürzten Fassung kannten, sollten vielleicht nochmal einen Blick darauf werfen und sich selbst den Gefallen tun, wenigstens ein Mal auf die wirklich miese deutsche Synchronisation, die der düsteren Atmosphäre des Films keinesfalls gerecht wird, zu verzichten!




Foto: Die schöne Blu Ray VÖ von Koch Media



Dienstag, 14. August 2018

THE RETURN OF THE LIVING DEAD (1985)














VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN

USA 1985
Regie: Dan O'Bannon
DarstellerInnen: Clu Gulager, James Karen, Don Calfa, Thom Mathews, Linnea Quigley, Mark Venturini, Jonathan Terry, Beverly Randolph u.a.


Inhalt:
An seinem ersten Tag im neuen Job hat Freddy einen verhängnisvollen Arbeitsunfall, bei dem er und sein Kollege Frank von einem mysteriösen Gas vergiftet werden und deren Boss Burt bei dem Versuch, dieses Malheur zu vertuschen, unwissentlich eine Zombie-Invasion in Gang setzt...


Trash (Linnea Quigley)


Mit Blut hat das Filmteam nicht gegeizt


Vor wenigen Tagen hieß es in unserem Heimkino "Do you wanna party? It's party time!"
Ich habe "The return of the living dead" aka "Verdammt, die Zombies kommen" zum ersten Mal in HD Qualität erleben dürfen. In der Tat, es war ein Fest!
Ich möchte heute etwas ausführlicher über meine Erstsichtung von "The return of the living dead" schreiben. Es folgt nun also ein eher privater Text anhand eines kleinen Ausflugs in meine cineastische Sozialisation.


Ein Schwank aus meiner Jugend
"The events portrayed in this film story are all true. The names are real names of real people and real organizations."


Ich war 12 oder 13 Jahre alt und durfte in den Sommerferien meine nur wenig jüngere Brieffreundin Eva besuchen, die gerade mit ihrem Vater in einer Ferienwohnung in der näheren Umgebung meines Wohnorts residierte. Vom besagten Erzeuger war weit und breit keine Spur. Wir freuten uns also über eine sturmfreie Bude.
Das Mädchen, das hauptsächlich Jungs im Kopf hatte, erzählte von einer nahe gelegenen WG, in der ein paar junge Typen wohnten, die im Gastgewerbe arbeiteten (ich glaube, sie befanden sich noch in der Ausbildung für die Berufe Koch und Kellner). Einen davon fand sie "soooo süß" und bildete sich ein, dass er ebenfalls ein Auge auf sie geworfen hatte.
Ich fand das ziemlich albern und konnte solchen Kleinmädchen-Schwärmereien generell nie viel abgewinnen, ließ die imaginierte Romanze aber aus Rücksicht auf ihre Gefühle unkommentiert. Da es ihr immens wichtig war, begleitete ich sie und stellte mich auf einen langweiligen Abend mit irgendwelchen langweiligen Kerlen ein.
Die Jungs entpuppten sich als ziemlich sympathisch, wussten aber nicht so wirklich etwas mit uns kleinen Gören anzufangen. Also beschlossen sie, uns ein paar Filme aus ihrer Videosammlung zu zeigen. Ich war sofort Feuer und Flamme. Was von mir unerwähnt blieb, war, dass ich trotz meines zarten Alters hinsichtlich Horrorfilmen schon recht versiert war.
Zuerst gab es eine Art "Test" mit der Szene aus "Terminator", in der Arnie bzw. der T800 die Hand-OP an sich selbst durchführt. Während meine Brieffreundin ihren Ekel lautstark kundtat, lächelte ich milde und erklärte großspurig, dass ich den gruseligsten und härtesten Film sehen möchte, den sie kennen.

Mir ist noch gut in Erinnerung, wie sie miteinander diskutierten, ob sie uns den Film wirklich zeigen sollen, ob wir das verkraften würden und ob es Ärger geben könnte. Es wurde etwas von "in Deutschland verboten" gemunkelt und wir mussten hoch und heilig versprechen, dass wir keiner Menschenseele jemals von diesem Abend erzählen.
Dann wurde "Verdammt, die Zombies kommen" in den Player geschoben.
Hinsichtlich Ekel Szenen hat er meine damaligen Erwartungen locker übertroffen und er sollte mir lange im Gedächtnis bleiben. Ein solches Feuerwerk an Effekten hatte ich bis dato noch nie gesehen.
Für mich war es Liebe auf den ersten Blick. Ich verguckte mich nicht in einen dieser netten Kellner, sondern hatte nur Augen für den Film.
Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie Eva fast die ganze Laufzeit über gequietscht und sich abwechselnd Augen und Ohren zugehalten hat und ich Mini-Gore-Bäuerin erfreut war über die vielen brutalen und blutigen Szenen.
Ich fand die Gang, die diese Party auf dem Friedhof veranstaltete, super. Ich war von Beginn an fasziniert von Ernie Kaltenbrunner und lernte an diesem Abend meine ersten interessanten lateinischen Vokabeln: Rigor Mortis!
Latein war zu dieser Zeit noch irgendwie spannend. Jedenfalls empfand ich es so, bevor ich schließlich von sadistischen Latein-Lehrern mit Übersetzungen von Cicero, Ovid und Seneca bis hin zum großen Latinum gequält wurde.

Als ich mich einige Zeit später auf die Suche nach dem Film machte, konnte ich mich partout nicht mehr an den Titel erinnern. Da es anno dazumal noch kein Internet gab und das World Wide Web in seiner kommerziellen Anfangszeit auch nicht vergleichbar war mit den heutigen Möglichkeiten, musste ich über Jahre hinweg andere Menschen danach fragen.
Bis zu meiner Volljährigkeit habe ich allen möglichen Leuten aus meinem Bekanntenkreis, die auch nur einen einzigen Horrorfilm gesehen hatten, die Geschichte von Fässern, Zombies, angeblich tollwütigen Tieren in schwarzen Säcken, dem Krematorium, einer Wolke, saurem Regen und dem Friedhof erzählt.
Einen Ruf hatte ich dabei nicht wirklich zu verlieren, vielleicht eher sogar zu festigen...


Wie konnte ich den Titel nur vergessen?


Auf der einen Seite ist es gut, dass es heutzutage jungen Genre-Interessierten ganz einfach gemacht wird, an den "guten Stoff" ranzukommen und man online oder auf Börsen alles auftreiben kann, was das horroraffine Herz begehrt.
Auf der anderen, der romantisch verklärten Seite der Medaille, können sich jene, die diese Zeit der Videokassetten nicht erlebt haben, gar nicht vorstellen, wie es damals war.
Die Leidenschaft für Horrorfilme hatte immer diesen gewissen Beigeschmack des Verbotenen, galt zum Teil als eine Art Geheimwissen. Es gab nicht viele Menschen, die wirklich Ahnung von der Materie hatten und nach denen musste man wirklich wie die berühmte Stecknadel im Heuhaufen suchen.
Um viele Filme rankten sich Gerüchte, die sich sich im Nachhinein als interessanter entpuppten als die nackte Realität.
Unter Fans des phantastischen Films wurden Legenden geschmiedet, man wähnte sich in einer Welt voller rätselhafter Ereignisse und Geheimnisse.
Ich gehöre zu einer Generation, die noch an sämtliche Verschwörungstheorien rund um den Tod von Brandon Lee glaubte und keine Ahnung hatte, was beim Dreh von "The Crow" wirklich passiert ist. Wir beschäftigten uns mit dem sogenannten "Poltergeist"-Fluch und diskutierten nächtelang darüber, welche Szenen aus "Gesichter des Todes" gestellt und welche real oder ob vielleicht sogar alles real war.
Wir fragten uns allen Ernstes, ob in "Sado – Stoss das Tor zur Hölle auf" eine echte Leiche auf dem Tisch von Frank liegt. Man malte sich in den schillerndsten Farben aus, was man bei Filmen, die nur gekürzt erhältlich waren (wie zum Beispiel "The Texas Chain Saw Massacre"), nun gerade nicht zu sehen bekommen hat.
Kein Wunder, immerhin existierte noch kein Bonusmaterial.

In muffigen, staubigen und schlecht beleuchteten Ecken von Videotheken galt es für mich als junges Mädchen, einen Bogen um die Pornokonsumenten zu machen und die verborgenen Schätze zu heben. Doch vorher musste ich zuerst natürlich tief in den Morast der B- und C-Horrorfilme tauchen. Manches verbreitete sich über Mundpropaganda, Literatur gab es nur wenig.
Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte, wenngleich das Filmhobby heute viel einfacher zu verfolgen ist. Davon profitiere ich selbstverständlich auch und auf diesen Luxus von rascher Verfügbarkeit und Top Qualität möchte ich nicht mehr verzichten wollen.

Was meine persönliche Geschichte zu "The return of the living dead" betrifft - es dauerte sage und schreibe bis zum DVD Zeitalter, aber eines Tages fand ich jemanden, der mir sagte, er kenne den von mir gesuchten Film gut und er hat ihn auf ner Video Kassette zuhause.
Hallelujah! Ende gut, alles gut.


Warum "The return of the living dead" (immer noch) zu meinen Lieblingsfilmen zähle
Die folgenden Zeilen könnten Spoiler enthalten


Natürlich hat man zu Filmen, die man in jungen Jahren, zu einer Zeit, in der man Vieles mit einem naiven und noch relativ unkritischen Blick betrachtet, manchmal einen ganz speziellen Bezug.
Diese nostalgisch und biographisch gefärbte Sichtweise auf das Gesehene kann den eigenen Verstand schon etwas trüben.
Dieses Phänomen ist  bei vielen Menschen bezüglich der sogenannten "ersten großen (verflossenen) Liebe", die im Laufe der Jahrzehnte im Kopf immer noch bedeutsamer wird, zu beobachten.
Ich kenne eine vergleichbare emotionale Situation in Bezug auf Filme, die ich in meiner Kindheit und frühen Jugend zum ersten Mal gesehen habe.
Das spüre ich spätestens dann, wenn mein erwachsenes Ich Zweifel anmeldet, ob mir "Poltergeist" in der vorliegenden Form immer noch so uneingeschränkt gefallen würde, wenn ich ihn heute das erste Mal gesehen hätte und nicht als 9 Jahre altes Kind im gemütlichen Wohnzimmer meines geliebten Großvaters.

Das Besondere an "The return of the living dead" ist jedoch, dass er in meinen Augen gereift ist wie ein guter Wein, dessen besonderes Aroma ich im Laufe der Jahre immer noch mehr zu schmecken und zu genießen weiß.
Obwohl die Geschichte vor tiefschwarzem Humor nur so trieft, hat sie doch ihre sehr ernsthaften und regelrecht tragischen Momente. Die Verzweiflung von Freddy und Frank, als die Schmerzen immer schlimmer werden und sie schließlich erfahren, dass sie sich selbst in Zombies verwandeln, der Tod von Trash oder die fatale Entscheidung der Army eine Bombe zu zünden, bringen eine ernsthafte Komponente in das Drehbuch.


Don Calfa als schräger Leichenbestatter Ernie


Super gespielter "Verfall": Freddy (Mathews)


Die DarstellerInnen sind allesamt großartig. Man möchte jeden Einzelnen von ihnen dafür umarmen, mit welcher Leidenschaft und Enthusiasmus sie dazu beigetragen haben, den Film zu dem zu machen, was er ist.

Der Soundtrack, der mir bei der Erstsichtung natürlich nicht so deutlich aufgefallen ist wie die meisterhaften Effekte, hat sich zu einem meiner persönlichen Lieblingssoundtracks entwickelt.
Lustigerweise hat er sich zum Zeitpunkt meiner Wiederentdeckung des Films als wie die Faust aufs Auge passend zu meinem Musikgeschmack herausgestellt. Nach meiner Grunge Phase Mitte der 90er Jahre entdeckte ich meine Leidenschaft für Punk, Post-Punk, Death Rock und ähnliche Musikrichtungen, denen ich bis heute treu geblieben bin.
Auch Roky Erickson Alben (steuerte dem OST den Titel "Burn the flames" bei) und meine 13th Floor Elevators Platten sind ein wichtiger Bestandteil meiner Musiksammlung.

Neben den auch aus heutiger Sicht teils noch sehr guten Effekten profitiert der Film vom intelligenten Drehbuch Dan O'Bannons. Wenige Horrorfilme sind tatsächlich auf logischer Ebene nachvollziehbar, doch O'Bannon hat das Kunstwerk vollbracht, der rasant und lustig erzählten Geschichte ein gut durchdachtes relativ schlüssiges Konstrukt zugrunde zu legen. Deshalb driftet "Return..." trotz der vielen Gags nicht zu stark ins Lächerliche ab.
Experimente der Army mit einem Gas namens Trioxin, das als Kampfstoff aus der Sicht der Verantwortlichen durchaus interessant erscheint, die Verbreitung des Gases über die Luft und den sauren Regen sind für unsere Generation, die in der Zeit des kalten Kriegs aufgewachsen ist, vermutlich etwas näher an der Realität angesiedelt als für Jugendliche der heutigen Zeit.

Wenn es um diesen Film geht, werde ich immer etwas sentimental und trotzdem oder gerade deswegen mach ich hier mal einen Punkt.
Jedem, der "Return..." etwas abgewinnen kann, möchte ich die sich auf der Blu Ray befindliche wirklich schön gemachte und aufschlussreiche Dokumentation "More brains" ans Herz legen, in der James Karen, Don Calfa, Clu Gulager, Linnea Quigley (die den schönsten Po hatte, der jemals vor einer Kamera getanzt hat) und Co. aus dem Nähkästchen plaudern.
Echte (fanatische) Fans gucken natürlich das gesamte Bonusmaterial und können aus dem Stegreif mindestens 3 Filmzitate zum Besten geben...

Suicide: "Do you think this is a fuckin' costume? This is a way of life!"

Zombie: "Send more paramedics!"

Ernie: "Why do you eat people?"
1/2 woman corpse: "Not people, brains!"




Foto: Blu Ray von NSM




Foto: OST von Enigma Records




Sonntag, 5. August 2018

UOMINI SI NASCE POLIZIOTTI SI MUORE (1976)















EISKALTE TYPEN AUF HEISSEN ÖFEN

Italien 1976
Regie: Ruggero Deodato
DarstellerInnen: Ray Lovelock, Marc Porel, Adolfo Celi, Claudio Nicastro, Bruno Corazzari, Franco Citti, Sofia Dionisio, Silvia Dionisio, Marino Masé, Renato Salvatori u.a.


Inhalt:
Fred und Tony gehören einer Undercover-Polizeieinheit an, die im Auftrag (oder der Duldung) ihres Vorgesetzten nicht nur Verbrecher eliminiert, sondern auch gerne Unruhe stiftet und oftmals über ihr eigentliches Ziel hinaus schießt. Mit Gangsterboss Pasquini verfolgen sie derzeit einen besonders gefährlichen Zeitgenossen...


Alfredo und Antonio auf der Jagd nach Verbrechern


Mit solchen Bösewichten machen sie kurzen Prozess


Fred (Alfredo) und Tony (Antonio) sind Bullen, wie man sie nur hassen kann. Sie haben es sich zur Faustregel gemacht, die Grenzen der Legalität weit zu überschreiten. Mit unglaublicher Arroganz und Gefühllosigkeit töten sie Verbrecher. Sogar wenn diese völlig am Ende sind und verletzt am Boden liegen, treten die beiden Rowdies nochmal ordentlich drauf. Folter gehört selbstverständlich zu ihren wichtigsten Verhör-Methoden und Frauen muss man einfach (verbal) belästigen.
Halbherzige Standpauken ihres Bosses (Adolfo Celi) "Also ich weiß nicht wie ich's euch klar machen soll... Wie wär's denn, wenn ihr mal verhaftet und nicht immer gleich losballert?" prallen völlig an ihnen ab und werden mit Sätzen wie "Die Burschen wollen halt nicht immer so wie wir" dreist gekontert.
Frauen mit großer Klappe wird erstmal mit großer Wucht ins Gesicht geschlagen und mit einem Spruch wie "Noch so 'n Scherz und du kannst dein Frühstück aus der Schnabeltasse lutschen" endgültig zum Schweigen gebracht. Schon in Ordnung so. Immerhin hat das vermaledeite Weibsstück gerade Antonios Mutter beleidigt!

Für diesen Spät-Poliziottesco benötigt man eine gewisse Toleranz gegenüber Gewalt auf dem Bildschirm, nicht vorhandener Political Correctness und wahrscheinlich auch einen etwas speziellen Humor.
"Eiskalte Typen..." ist eher als augenzwinkernde Karikatur des italienischen Polizeifilm-Genres zu verstehen.
Immer, wenn ich den Machos Fred (Marc Porel, "Non si sevizia un paperino") und Tony (Ray Lovelock, "Il delitto del diavolo", "Invasion der Zombies") beim Brandschatzen und Töten zusehe und mich amüsiere, wie die beiden Darsteller mit ihren adretten Bubi-Gesichtern die wilden Kerle mit den dicken Eiern raushängen lassen, versuche ich mir dazu Drehbuchautor Fernando DiLeo vorzustellen. Ich male mir dabei aus, wie er sich beim Schreiben wohl selbst amüsiert hat und vielleicht sogar kichernd mit seinen Co-Autoren bei einem Glas Vino Rosso am Tisch saß.
Dem politisch links orientierten und intellektuellen DiLeo ("Milano Kaliber 9", "Oben ohne, unten Jeans") wurde, wie vielen seiner Regisseur Kollegen, die sich unter Anderem italienischen Polizeifilmen widmeten, gerne von der Presse unterstellt, reaktionäre und politisch rechte Aussagen in seinen Filmen zu verbreiten.
Er steht sinnbildlich für viele italienische Filmschaffende der Siebziger Jahre, mit denen sich in ihrer Heimat niemand seriös auseinandersetzen wollte und die neben den großen Künstlern des italienischen Kinos, denen der Feuilleton bei jedem Schritt die Füße küsste (Visconti, Fellini etc.), für viele ihrer Filme gar keine oder nur negative Rezensionen erhielten.

Ruggero Deodatos berühmteste Werke polarisieren aus nachvollziehbaren Gründen bis heute stark. "Eiskalte Typen auf heißen Öfen" wirkt im Vergleich zu seinen Filmen "Nackt und zerfleischt" oder "Der Schlitzer" sogar eher harmlos und dennoch geizt er nicht mit gewalttätigen Szenen heftigerer Natur.
Doch bevor es allzu derb und morbide wird, lässt Deodato Darsteller Ray Lovelock mit samtweicher Stimme seinen Song "Maggie" intonieren.
War es etwa pure Ironie des Zufalls oder doch eiskalte Kalkulation?
Ganz bestimmt jedenfalls ist die einlullende Musik mit Textzeilen wie "Violence wasn't so wild around the world..." im Zusammenhang mit den sadistisch veranlagten Polizisten, einfach eine unglaublich tollkühne Verquickung.

Der leider im letzten Jahr viel zu jung verstorbene Raymond Lovelock war meiner Meinung nach der sympathischste und bodenständigste Darsteller des italienischen Genrekinos und ich werde immer noch ganz wehmütig und melancholisch, wenn ich meine Lieblingszahnlücke in "Eiskalte Typen..." auf dem Motorrad mit der Nase im Wind sehe und seine Lieder höre. Und das, obwohl er hier einen wahren Ungustl spielt, wie er im (österreichischen Wörter-) Buche steht.

Die Verfolgungsjagden, die wie damals durchaus üblich im fließenden Verkehr ohne Drehgenehmigung gedreht wurden, gehören meiner Meinung nach zu den waghalsigsten und spannendsten, die man im Genre je gesehen hat.

Wer das Gezeigte allzu ernst nimmt, ist selbst schuld.
"Eiskalte Typen auf heißen Öfen" ist somit geeignet für alle, die tief ins Genre abgetaucht sind und die im Film aufgezeigten Mechanismen zu deuten wissen.




Foto:  DVD von Raro Video und Blu Ray von FilmArt



Sonntag, 22. Juli 2018

LAISSEZ BRONZER LES CADAVRES (2017)















LEICHEN UNTER BRENNENDER SONNE

Belgien, Frankreich 2017
Regie: Hélène Cattet, Bruno Forzani
DarstellerInnen: Elina Löwensohn, Stéphane Ferrara, Bernie Bonvoisin, Michelangelo Marchese, Marc Barbé, Hervé Sogne, Dorylia Calmel, Marilyn Jess u.a.


Inhalt:
Irgendwo an der Küste Korsikas lebt die Künstlerin Luce in einer kleinen Ruinenanlage.
Derzeit leisten ihr ein Autor und ein Anwalt Gesellschaft. Als drei Banditen, die gerade einen Goldtransport überfallen haben sowie zwei Frauen und ein Kind ebenfalls bei der exzentrischen Dame Zuflucht finden und kurz darauf die Polizei auftaucht, bricht an dem an sich idyllischen Ort ein wahres Chaos aus...


Die Künstlerin (Elina Löwensohn): ausdrucksstark


Ein Beispiel für die stilvolle Szenen-Beleuchtung


"Chaos" ist in Zusammenhang mit "Leichen unter brennender Sonne" ein gutes Stichwort für den Einstieg in meine Kritik.
Denn die – man mag es kaum glauben, aber es entspricht der Wahrheit – tatsächlich auf einem Roman von Jean-Patrick Manchette basierende Geschichte, die Cattet und Forzani (nicht) erzählen, wirkt bisweilen absurd und verwirrt alle, die den Versuch unternehmen, nach einer schlüssigen Interpretation des Films zu suchen.
Da ich den Vorgänger-Film des französischen Regie-Paares ("Der Tod weint rote Tränen") kenne und schätze, habe ich mich jedoch ganz entspannt ohne besondere Erwartungshaltung bezüglich Nachvollziehbarkeit der Handlung zurückgelehnt und die optische und akustische Orgie bewundert.

Wie "Der Tod weint rote Tränen" ist auch der neuste Film von Cattet und Forzani eine ehrfürchtige Verneigung vor dem italienischen Genrekino der Siebziger Jahre, im direkten Vergleich jedoch weitaus weniger düster und mysteriös. Dies ist nicht nur der Tatsache geschuldet, dass ein Großteil der Szenen in der gleißenden Sonne Korsikas gedreht wurde, sondern auch dem augenzwinkernden Humor, der in einigen Momenten durchblitzt.
Wenn der Polizist, der von schwer bewaffneten Gangstern umzingelt ist, völlig übermotiviert zwischen den Ruinen hin und her hüpft und den Schurken zuruft, sie sollen sich ergeben, wirkt es eher wie ein kindliches Räuber und Gendarm Spiel als mitten aus dem Leben gegriffen.
Auch die spärlich eingesetzten Dialoge sind zum Teil amüsant und doch sind sie das absolute Gegenteil von offensichtlichem oder gar plattem Humor. Manchmal fällt die Entscheidung, ob man eine Situation komisch oder eher tragisch finden soll, schwer.

Diese spezielle Situationskomik ist sicher nicht für ein breites (kommerzielles) Publikum geeignet, was selbstverständlich auch auf das Gesamtwerk zutrifft. Denn bei "Leichen unter brennender Sonne" gehen sogar unter Genre-KennerInnen die Meinungen eklatant weit auseinander.
Manche Kritikpunkte sind für mich durchaus nachvollziehbar. Besonders wenn sie dem persönlichen cineastischen Präferenzen geschuldet sind. Doch bei dem ein oder anderen Review im Netz entsteht leider der Eindruck, dass sich jemand mit einem unqualifizierten "Verriss" des Films auf dessen Kosten einfach ein bisschen wichtig machen will.

Als bekennende Verehrerin der Filme bzw. Genres, die quasi das künstlerische Fundament von "Leichen unter brennender Sonne" darstellen, beginnt mein Herz ab den ersten Minuten schon zu frohlocken.
Auf den Vorspann im Stil von manchen Italowestern Trailern folgen viele Reminiszenen an die italienischen Regisseure von damals und einige meiner Lieblingssoundtracks (z.B. "The Child – Die Stadt wird zum Alptraum", "Zombies unter Kannibalen", "Willkommen in der Hölle" oder "Von Angesicht zu Angesicht") heben die Stimmung noch weiter.
Manche der vom Regiepaar zitierten Filme sind für mich klar identifizierbar wie zum Beispiel "Der Killer von Wien", "Töte, Django", "Die Rache des Paten", "Für ein paar Dollar mehr" oder Mario Bavas "Wild dogs". Doch bei nicht wenigen Szenen entsteht einfach das seltsame Gefühl der Vertrautheit. Man nimmt etwas wahr, das man schon mehrfach ähnlich oder genau so in Heist-Movies, Poliziotteschi, Gialli oder Italowestern gesehen hat. Doch es lässt sich (noch) nicht eindeutig zuordnen.


Der zerbrochene Spiegel


Der weiße Lieferwagen (Goldtransport), der auf der Küstenstraße überfallen wird, das Entlangrasen an dieser kurvenreichen Strecke, die in Staub und Dreck eingegrabenen (unechten) Gliedmaßen, die prominent in Szene gesetzten schwarzen Lederhandschuhe (sind es vielleicht doch genau die Handschuhe aus "Torso"?) oder der zerbrochene Spiegel, in dem man das Antlitz des Polizisten sieht fallen mir spontan als Beispiele dafür ein.

Cattet und Forzani spielen wie gewohnt meisterhaft und exzessiv mit Farben, Formen, Techniken und Effekten. Close-Ups, kunstvolle Beleuchtung, das Hervorheben und Überbetonen von Farben und der Geräuschkulisse bilden bei "Leichen unter brennender Sonne" zusammen mit dem hervorragenden Soundtrack das Salz in der (drehbuchtechnischen) Suppe.

Obwohl "Leichen unter brennender Sonne" auf ProtagonistInnen mit eindeutigem Identifikationspotential verzichtet, bleibt der Film faszinierenderweise spannend. Man sieht schlichtweg zu wenig Zusammenhängendes von den einzelnen Personen, um eine genauere Charakterisierung vornehmen zu können.
Doch die SchauspielerInnen, allen voran Elina Löwensohn (Luce), sind so gut gecastet, dass die trotz einigen Rückblenden fehlende Tiefe der Figuren dem Sehvergnügen keinen Abbruch tut.
Denn sie alle haben Charaktergesichter, die wirken, als ob ihre Physiognomie selbst mit ihren Ecken und Kanten (bzw. Falten) bereits eine Geschichte erzählt. Man nimmt ihnen die Menschen mit (bewegter) Vergangenheit ohne mit der Wimper zu zucken einfach ab und mir hat es großes Vergnügen bereitet, jedem Einzelnen beim Spielen zuzusehen.

"Leichen unter brennender Sonne" entzieht sich in vielen Aspekten jeglicher Form von Eindeutigkeit. Wer damit umgehen kann, sollte dieses Seh-Experiment auf jeden Fall wagen.




Foto: Blu Ray von Koch Media




Noch eine kleine persönliche Nebenbemerkung in eigener Sache.
Wer sich ab und zu auf diesen Blog verirrt, hat wahrscheinlich schon den ein oder anderen unserer Drehort-Vergleiche gesehen. Die auf "Schattenlichter" veröffentlichten Fotos sind einige, doch noch längst nicht alle, die ich im Laufe der letzten Jahre von Film-Locations (eine vollständige Übersicht findet man hier) gemacht habe.
Während es früher meist so war, dass wir uns dachten "da will ich hin", kommt es in den letzten Jahren immer öfters vor, dass es heißt "da waren wir doch schon einmal" bzw. "davon hab ich doch irgendwo Fotos". Und jedes Mal, wenn dies der Fall ist, freuen wir uns wie kleine Kinder darüber. So auch heute. 
"Leichen unter brennender Sonne" wurde offenbar auf Korsika gedreht, was man überall im Netz nachlesen kann. Doch ich kann euch versichern, dass die verfallene Kirche, in der manche Szenen spielen, nicht auf der Insel steht.
Denn wir waren im Jahr 2016 anlässlich eines Geburtstags-Wochenendausflugs zufällig in einem kleinen verfallenen Dorf in den Bergen, wohin sich normalerweise keine bis wenig Touristen verirren und wo ich doch tatsächlich besagte Kirche bewundert und fotografiert habe...

Hier ein paar meiner Urlaubs-Impressionen und Screenshots (linksbündig) zum Vergleich: