BRUTALE STADT
Frankreich, Italien 1970
Regie: Sergio Sollima
DarstellerInnen: Charles Bronson, Jill Ireland, Michel Constantin, Telly Savalas, Umberto Orsini, George Savalas, Ray Saunders u.a.
Inhalt:
Jeff Heston ist ein Einzelgänger. Ein
eiskalter und gewissenloser Profikiller mit einer Schwäche für eine
besondere Frau - die schöne Vanessa.
Dies wird ihm allerdings zum
Verhängnis... Er
gerät in einen Hinterhalt und kann seine Ermordung gerade noch
verhindern, indem er auf offener Straße ein kleines Massaker unter
seinen Angreifern anrichtet.
Zwei Jahre landet er dafür im
Gefängnis.
Frisch entlassen muss er feststellen, dass er immer noch ein begehrter Mann ist. Er erhält auf eindringliche Art und Weise sowohl vom Mafiaboss Weber als auch von einem dubiosen Anwalt Jobangebote. Jeff gerät alsbald zu einem Spielball zwischen rivalisierenden (Möchtegern-) Bossen. Und das Wiedersehen mit Vanessa, die mittlerweile mit dem Mafia-Paten Weber verheiratet ist, wird durch sein (berechtigtes) Misstrauen getrübt.
Frisch entlassen muss er feststellen, dass er immer noch ein begehrter Mann ist. Er erhält auf eindringliche Art und Weise sowohl vom Mafiaboss Weber als auch von einem dubiosen Anwalt Jobangebote. Jeff gerät alsbald zu einem Spielball zwischen rivalisierenden (Möchtegern-) Bossen. Und das Wiedersehen mit Vanessa, die mittlerweile mit dem Mafia-Paten Weber verheiratet ist, wird durch sein (berechtigtes) Misstrauen getrübt.
Welchen geheimen Plan verfolgt der
kaltblütige Jeff selbst und wer sind seine wirklichen Feinde?
Foto: Special Uncut Edition von Koch Media
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Jeff, der Profi |
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Verführerisch und gefährlich: Vanessa |
"Brutale Stadt" war der erste Gangsterfilm des bis dahin vorrangig als
Italowestern-Regisseur bekannten Sergio Sollima (ua. verantwortlich
für Italowestern-Klassiker wie Von Angesicht zu Angesicht,
"Der Gehetzte der Sierra Madre" oder den grandiosen Thriller Die perfekte Erpressung).
Die an sich etwas banale Geschichte kann eigentlich mit einem einzigen Satz skizziert
werden:
Es geht um einen Profikiller, der sich
aus dem Geschäft zurückziehen möchte, den die Unterwelt aber nicht
ziehen lassen will und dem seine Schwäche für eine ganz bestimmte
Frau immer wieder zum Verhängnis wird.
Mit Charles Bronson in der Rolle des
Auftragsmörders Jeff Heston konnte für die Produktion ein bekannter
amerikanischer Schauspieler gewonnen werden.
Bronson war anno 1970 zwar noch nicht
am Zenit seiner Karriere angelangt, hatte aber durch einige
Nebenrollen in populären Filmen auf sich aufmerksam gemacht.
Die Rolle des Jeff Heston war ihm
regelrecht auf den Leib geschneidert - mit seinem markanten Gesicht
und seiner stoisch wirkenden Mimik war er die perfekte Besetzung für
die Hauptrolle des Films.
Jeff Heston ist ein Einzelgänger,
dessen Gedanken- und Gefühlswelt über die gesamte Filmlaufzeit so
verschlossen bleiben wie das Goldreservenlager von Fort Knox.
Gerade die Unvorhersehbarkeit seiner
Handlungen und das latente Aggressionspotential macht den
Hauptdarsteller von "Brutale Stadt" auch so interessant -
es ist nämlich schlichtweg nicht erkennbar, wer als nächstes auf
seiner Opfer-Liste steht.
Zugleich ist Jeff kein klassischer
Action-Superheld, sondern ein einsamer Mann mit einer tragischen
Lebensgeschichte, dessen Vergangenheit keine ideologische Umkehr
zulässt.
Ein Mann, der von seinen selbst
heraufbeschworenen Dämonen immer auf's Neue heimgesucht wird.
Bronsons damalige Frau, die
Schauspielerin Jill Ireland, wurde auf Wunsch des Ehepaars als
Besetzung für die verführerische und durchtriebene Vanessa
engagiert.
Sie war nicht nur eine schöne Frau,
sondern besticht auch durch ihre zeitlose Eleganz und eine, zu ihrer
Rolle passenden, geheimnisvollen Ausstrahlung.
Telly Savalas verkörpert den Mafiaboss
Weber, der dem Luxusleben verfallen ist und seine Angelegenheiten
gerne von seinem Mahagoni-Schreibtisch aus regelt. Savalas (aka
Kojak) hat zwar nur eine Nebenrolle bekommen, aber füllt diese mit einer beeindruckenden Präsenz aus.
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Die Actionszenen haben es in sich |
Was "Brutale Stadt" neben der Action außerdem
noch zu etwas Besonderem macht, sind die Schauplätze.
Die ersten rasanten 15 Minuten wurden
auf einer malerischen kleinen Insel in der Karibik gedreht.
Wer hat schon einmal eine wilde
Verfolgungsjagd mit einem stylischen Ford-Mustang über Stock und
Stein (und Treppen) in so einer Landschaft gesehen? Fast alle anderen
Szenen des Films wurden in Louisiana, genauer gesagt, New Orleans,
aufgenommen.
Und wem das als Kaufargument noch nicht reicht, den überzeugt vielleicht ein außergewöhnlich spannendes Formel 1 Rennen in
Michigan?!
Sollima hat in Bezug auf Kulissen und
Cast wieder einmal ein gutes Händchen bewiesen und eine flotte
Gangstergeschichte mit der ein oder anderen überraschenden Wendung
und einem fatalistischen Finale, das man in einem Film dieser Art
sonst nicht zu sehen bekommt, kreiert.
An einigen Stellen in der deutschen Synchronisation blitzt auf vergnügliche Weise der arg politisch unkorrekte Humor der damaligen Zeit durch,
etwa als Weber seinem Gast Jeff einen in einer
Kokosnusshälfte servierten Cocktail namens "Mulattentitten"
anpreist. Auch das waren die Siebziger!
Maestro Ennio Morricone, der das
musikalische Hauptthema des Films komponiert hat, bürgt in gewohnter
Weise für Qualität und schuf einen zum Film passenden Soundtrack.
"Brutale Stadt" ist
ein rasanter und spannender Actionfilm, der nicht mit Klischees
geizt, aber auch nichts dezidiert falsch macht und durch seine exquisit
ausgewählte Schauspieler-Riege dick auftrumpft, in erster Linie aber
von der Leinwand-Präsenz eines Charles Bronson lebt.
Foto: Special Uncut Edition von Koch Media