Samstag, 7. Juni 2014

UN ANGELO PER SATANA (1966)















EIN ENGEL FÜR DEN TEUFEL
Italien 1966
Regie: Camillo Mastrocinque
DarstellerInnen: Barbara Steele, Anthony Steffen, Claudio Gora, Ursula Davis, Mario Brega u.a.


Inhalt
Ein kleines Kaff in Italien Ende des 19. Jahrhunderts. Der dort ansässige Conte Montebruno bestellt den ambitionierten Bildhauer Roberto Merigi ins Haus, um die vor Kurzem aus dem nahe gelegenen See geborgene Statue einer Ur-Ahnin zu restaurieren.
Eigenartigerweise sieht diese seiner Nichte Harriet nicht nur ähnlich, sie hat sogar exakt die selben Gesichtszüge. Die Dorfbewohner finden die Restauration gar nicht lustig, fürchten sie doch den alten Fluch, der auf dem schönen Stück Marmor liegt und der das ganze Dorf in Unheil stürzen soll.
Sie werden in ihrem Aberglauben bestätigt, als sich die Gewalttaten unter den Einheimischen häufen. Und irgendwie scheint die gute Harriet die Finger im Spiel zu haben.
Sind dies tatsächlich die Auswirkungen einer Verwünschung?


Roberto (Steffen) mit eingefrorener Mimik und der Conte


Harriet begutachtet sich im Spiegel


"Ein Engel für den Teufel" ist eine gelungene Mischung aus Gotik-Grusel und Giallo-Elementen.
Und einige Szenen waren für die damalige Zeit etwas gewagt - Barbara Steele im beinah durchsichtigen Nachthemd, auf dem sich die Brustwarzen deutlich abzeichnen, Vergewaltigungsszenen, homoerotische und sadomasochistische Andeutungen und auch die Gewalt gegen Kinder erscheint im zeitlichen Kontext recht drastisch.

Mein Lieblings-Langweiler Anthony Steffen darf den Bildhauer und zugleich mutigen Aufklärer der seltsamen Vorgänge mimen und präsentiert sich zur Abwechslung mal etwas flott und umtriebig.
Barbara Steele (in der Rolle der Harriet), die durch "Die Stunde wenn Dracula kommt" zur Horrorikone wurde, war keine klassische Schönheit, besaß aber eine einzigartig mysteriöse und anziehende Aura - man muss sie einfach lieben.

Die gute Harriet sät auf fiese Art und Weise viel Unfrieden und Zwietracht unter ihren Mitmenschen. Ihre Pläne sind wirklich besonders perfid und von eiskaltem Kalkül.
Allerdings scheint sie oft nicht sie selbst zu sein, klagt über Erinnerungslücken und nennt sich phasenweise "Belinda" (das war die Frau, die angeblich vor 200 Jahren den Fluch ausgesprochen hat).
Vieles mutet etwas merkwürdig an, aber am Ende gibt's ne phantasievolle gialloeske Auflösung frei nach dem Motto "Der Mörder war doch der Bruder des Gärtners des Bürgermeisters. Nein, es war doch die Cousine der Schwester der Haushälterin..."
Scooby-Doo lässt grüßen.

Der Film ist bislang nur in Italien auf DVD erschienen und wurde vor Kurzem im deutschen TV ausgestrahlt. Es lohnt sich, die Augen danach offen zu halten. Er bietet den geneigten ZuschauerInnen schön fotografierte und stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Szenerien und angenehme kurzweilige Zerstreuung.
Für Hammer-Fans und Giallo-FreundInnen ein Muss.




Foto: DVD von "Sinister Film"