Freitag, 21. März 2014

THE OMEN (1976)














DAS OMEN
USA 1976
Regie: Richard Donner
DarstellerInnen: Gregory Peck, Lee Remick, David Warner, Billie Whitelaw, Harvey Stephens u.a.

Inhalt
Rom am 06.06. zur sechsten Stunde des Tages:
Botschafter Jeremy Thorn tauscht sein bei der Geburt verstorbenes Baby gegen ein zur gleichen Zeit im selben Krankenhaus geborenes Waisenkind und gaukelt seiner Frau vor, es sei ihr gemeinsames Kind.
5 Jahre später leben die Thorns mit ihrem Sohn Damien in England.
An Damiens Geburtstag begeht sein Kindermädchen vor den Augen aller Gäste Selbstmord, indem sie zuerst nach ihm ruft und sich dann mit einem Seil um den Hals vom Dach stürzt.
Das neue Kindermädchen Mrs. Baylock kommt ungefragt und unbestellt ins Haus. Von da an beginnen sich seltsame Ereignisse rund um den Thornschen Sprössling zu häufen...






"Laßt ihn, der es weiß, dem Untier eine Zahl zuordnen; denn es ist eine menschliche Zahl, die Zahl lautet: 666"
Buch der Offenbarung

Der 1976 entstandene Horrorfilm hat -ähnlich wie "Der Exorzist"- wohl mehr als eine Generation von Kindern und Jugendlichen gebannt, geängstigt und geprägt.
Bis heute läuft mir ein kleiner Schauer über den Rücken, wenn ich den Namen "Damien" höre.
Mittlerweile gibt es sogar Menschen, die (mir unverständlicherweise) auch hierzulande ihre eigenen Kinder so nennen.
Ich bin ja nicht abergläubisch, aber "Damien" würde ich nicht einmal meinen Goldhamster nennen (wenn ich einen hätte).
Wenn besagte Eltern den Film kennen würden, wüssten sie nämlich: Damien ist der Antichrist!
Der Sohn des Teufels, der geboren wurde, um die Herrschaft über die Erde zu erlangen und Verderben über die Menschheit zu bringen.

Der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten fünf Jahre alte Harvey Stephens verkörpert den bösesten und unheimlichsten Jungen, der je über eine Leinwand getapst ist.
Da er nicht oder nur ganz selten spricht, wirkt er irgendwie zwischen leicht zurückgeblieben und verschlagen bis bösartig.
Als ZuschauerIn erhält man dadurch wohl eine ähnliche Perspektive wie Damiens Adoptiveltern: man kann sich nie ganz sicher sein, was in dem Kind vorgeht.

Besonders hervorzuheben ist auch die starke Leinwandpräsenz von Billie Whitelaw in der Rolle von Damiens Beschützerin: die fanatische und bösartige Mrs. Baylock. Ihr Lächeln lässt einem beinahe das Popcorn in der Kehle feststecken.

"Das Omen" entfaltet sehr rasch seine eigene, düstere Magie und legt einem eine unsichtbare Schlinge um die Kehle, die sich langsam zuzieht.
Der Film ist an vielen Stellen recht originell (man denke an Damiens Zoobesuch und Reaktion der Affen) und stilvoll choreographiert.
Besonders die Szene, in der Thorn und der neugierige Fotograf auf einem alten etruskischen Friedhof nach dem Grab von Damiens wahrer Mutter suchen, besticht durch seine düster-morbide Optik: der Himmel, der sich unheilvoll verdunkelt hat, aber an manchen Stellen noch hellblau leuchtet, die uralten mit Moos und Unkraut bewachsenen Gräber und - nicht zu vergessen - die bedrohlichen zähnefletschenden Rottweiler.

"Sanguis bibimus. Corpus edimus (..) Ave, ave versus christus!"
Text aus dem Hauptthema des Soundtracks

An Stellen, an denen die Geschichte ein bisschen schwächelt und der Film manchmal etwas lang wirkt, schafft es der opulente klangvolle Soundtrack vom Ausnahme-Filmkomponisten Jerry Goldsmith dies wieder wettzumachen und verbreitet eine beklemmende apokalyptische Stimmung.
Zu Recht erhielt der Künstler dafür im Jahr 1977 einen Oscar.

Horrorfans sind (bis auf wenige Ausnahmen) generell ein recht dankbares Publikum und sollten keine Probleme haben, über die ein oder andere Ungereimtheit in der Handlung hinwegzusehen.
Das gehört gewissermaßen zum Genre dazu.

"Das Omen" ist und bleibt ein Klassiker des Horrorfilms und hat anno dazumal nicht ohne Grund eine Welle von Okkult-Horrorfilmen ausgelöst.
Ave Satani!




Foto: Steelbook von 20th Century Fox